Projekt Sichere Ruhr

Projekthomepage: www.sichere-ruhr.de

Über 5 Millionen Menschen leben im Ruhrgebiet. Genau für diese arbeitet das Projekt Sichere Ruhr. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) steht die Ruhr im Mittelpunkt zweier wichtiger Fragen: Ist es aus mikrobiologisch-hygienischer Sicht möglich, den Freizeitwert der Ruhr für die Menschen zu erhöhen, indem Baden im Fluss möglich wird? Und: Wie kann die Trinkwasser-Aufbereitung der Metropolregion angesichts der gestiegenen Qualität des Ruhrwassers nachhaltig weiter optimiert werden?

Die Projektziele

Die Erfolge im Gewässerschutz der letzten Jahrzehnte haben die Gesundheitsförderung der Bevölkerung verbessert. Dennoch hat der analytische Nachweis von „neuen“ Stoffspuren in der Ruhr bei Teilen der Bevölkerung Besorgnis über die Qualität ihres Trinkwassers hervorgerufen. Doch obwohl gerade in den Sommermonaten viele Menschen in der Ruhr schwimmen gehen, ist Baden in der Ruhr nicht erlaubt.

Ziel des Projekts Sichere Ruhr ist, die Ruhr noch sicherer zu machen. Und zwar sicherer im Hinblick auf die Wasserqualität. Einerseits geht es darum, die Sicherheit der Trinkwassergewinnung und -aufbereitung aus der Ruhr zu überprüfen und ggf. hinsichtlich der Rückhaltung von Krankheitserregern zu optimieren. Andererseits möchte das Projekt herausfinden, ob – und wenn ja, wie – die Ruhr zeit- und streckenweise als offizielles Badegewässer dienen kann. Schlussendlich sollen auf Basis der Forschungsergebnisse ein Risikokommunikationskonzept und ein Handlungsleitfaden für das Flussbaden erarbeitet werden, die auch auf andere Fließgewässer in Europa übertragen werden können.

Für beide Punkte muss ein Risikomanagement für Krankheitserreger und Schadstoffe entwickelt werden, damit die Bevölkerung die Ruhr auch in Zukunft sicher nutzen kann. Das Projekt Sichere Ruhr untersucht über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg das Ruhrwasser und bewertet auf dieser Grundlage die Badetauglichkeit. Eine solche Langzeitstudie ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, ein Prognose- und Frühwarnsystem zu entwickeln, das in der Lage ist, die Menschen frühzeitig zu warnen, sollten die Grenzwerte für die Badegewässerqualität überschritten werden.

Es geht dem Projekt aber nicht darum, im stillen Kämmerchen Wasserproben auszuwerten. Da die Ruhr als Fluss so wichtig für die Menschen der Metropolregion Ruhr ist, sollen gerade diese Menschen Gehör finden. Das Projekt möchte unter anderem herausfinden, wie Risiken von Trink- und Badegewässerqualität in der Bevölkerung wahrgenommen werden. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Aufklärung über mögliche Risiken. Das Projekt Sichere Ruhr möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen. Sie sollen über den Fortschritt und die Ergebnisse des Projekts informiert werden und können gleichzeitig einen aktiven Beitrag in der Diskussion darüber leisten, wo z.B. Baden in der Ruhr erlaubt werden könnte oder ob an einem möglichen Badeplatz nicht lieber ein Naturschutzgebiet seinen Platz haben sollte. Gemeinsames Erarbeiten von Lösungsansätzen und Mitwirken der Bevölkerung bei der Umsetzung sind erklärte Ziele des Projekts Sichere Ruhr. Ein Sprachrohr, das den Bürgern dabei zur Verfügung steht, ist der Wasserwandel-Blog. Hier werden aktuelle Themen rund um die Ruhr und das Projekt, aber auch gesellschaftliche und politische Fragestellungen  zum Thema Wasser dargestellt. Ob Diskussionen, Themenvorschläge, Kommentare oder Meinungsäußerungen – die Stimme der Bevölkerung ist hier gefragt.

Die Untersuchungsgebiete

Untersucht wird ein Ruhrabschnitt mit einer Länge von 52 Kilometern im Bereich der Unteren Ruhr. Angefangen bei Ruhrkilometer 65 am Kemnader Stausee bis hin zu Kilometer 13 in Mülheim an der Ruhr umfassen die Messungen nahezu das gesamte Kerngebiet des Ruhrgebiets: Bochum, Essen und Mülheim. Gerade die Frage nach der Qualität des Wassers im Baldeneysee steht dabei im Mittelpunkt. Daher arbeitet das Projekt eng mit der Stadt Essen zusammen und möchte den Baldeneysee als möglichen Standort für den Badebetrieb untersuchen. Ziel ist es auch, die Ergebnisse des Pilotprojekts auf den gesamten Flusslauf und andere Fließgewässer in Europa übertragen zu können.

Weitere Informationen über die Untersuchungsmethoden und die Untersuchungsgrößen finden Sie in der Rubrik Wasserwerte.

Sichere Ruhr wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Forschung für Nachhaltigkeit (FoNa) im Förderschwerpunkt Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM) im Projektverbund Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa).

Projektlaufzeit: 01.01.2012 – 31.12.2015

Fördervolumen: 3.37 Mio. EUR

Das Projektteam 

Die Ruhr noch sicherer zu machen ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Über 30 Mitarbeiter verschiedener Institute beschäftigen sich tagtäglich mit der Frage, wie die Ruhr hinsichtlich Trinkwasser- und Badegewässerqualität noch sicherer werden kann. Die Projektpartner arbeiten in verschiedenen Arbeitspaketen, die Hand in Hand gehen. Hierbei stehen die verschiedenen Institute in täglichem Dialog, ziehen an einem Strang und setzen das gemeinsame Ziel in die Tat um.

IWZentrum Wasser

Das IWW ist ein Forschungsinstitut, das sich mit der nachhaltigen Erforschung von  „Wasser“ angefangen bei der Wassergewinnung und -aufbereitung bis zur Trinkwasserhygiene und dem Ressourcenschutz beschäftigt. Hierbei arbeitet das IWW eng mit Instituten der Universität Duisburg-Essen, der TU Dortmund und der TU Darmstadt, sowie über die ganze Welt verbreiteten Instituten und Verbänden zusammen.

Im Projekt Sichere Ruhr übernimmt IWW die leitende Funktion und koordiniert die Vorgänge und Teilbereiche des Projektvorhabens. IWW ist maßgeblich an der Bestandsaufnahme (Probenahme/Analytik) und Risikobewertung des aktuellen Zustandes der Ruhr beteiligt. Darüber hinaus arbeitet das IWW an der Konzeption eines Analyse-., Monitoring- und Prognosesystems zur Früherkennung hygienisch relevanter Mikroorganismen. Hierbei soll durch den Einsatz von Online-Messverfahren Zeitverlust zwischen Probenahme und Vorliegen des Analyseergebnisses vermieden werden. Mit Hilfe dieser Analysesysteme kann dann ein Prognosesystem entwickelt werden, was anhand verschiedener Parameter, wie beispielsweise der Wettervorhersage, die Wasserqualität prognostizieren kann. Dieses Prognosesystem soll zukünftig als Frühwarnsystem für die Badewasserqualität dienen. Außerdem werden durch IWW Fragestellungen zur Kosten-Nutzen-Bewertung und zu möglichen Umsetzungsszenarien für das „Baden im Baldeneysee“ bearbeitet.

Mehr Informationen unter www.iww-online.de

Ruhrverband

Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen und stellt durch den Betrieb seiner Talsperren die Wasserversorgung von 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet sicher. Darüber hinaus ist der Ruhrverband für die Abwasserreinigung der 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne sowie zahlreicher Industrie- und Gewerbebetriebe zuständig. Seit Jahren beschäftigt sich der Ruhrverband mit der Erforschung von Spurenstoffen in der Ruhr. Der Ruhrverband gibt jährlich zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) den Ruhrgütebericht heraus, in dem umfassend über den Gewässerzustand der Ruhr und ihrer Nebenflüsse berichtet wird.

Im Projekt entwickelt der Ruhrverband zusammen mit anderen Projektpartnern ein Realisierungskonzept für die nachhaltige Sicherstellung einer einwandfreien Trinkwasserqualität und die temporäre Badenutzung der Ruhr. Zentrale Bestandteile sind die hierzu erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie ein praxisnahes Konzept zur Risikobewertung und zur Kommunikation. Bei der Erarbeitung des Konzeptes für die Badenutzung an der Ruhr werden die Bürger, die Städte und andere betroffene Interessensgruppen partizipativ in die verschiedenen Bearbeitungsschritte eingebunden. Mit wohlfahrtsökonomischen Methoden wird eine Bewertung der möglichen Zielvorstellung einer Badegewässernutzung vorgenommen. Die Ergebnisse werden in Form eines allgemeinen Leitfadens zusammengestellt, der damit auch in anderen Flussgebieten angewendet werden kann.

Mehr Informationen unter www.ruhrverband.de

Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit an der Universität Bonn

Das seit 1894 bestehende Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (IHPH) umfasst Abteilungen für Krankenhaushygiene, Desinfektionsmittelprüfung, Wasserhygiene und Medizinische Geographie & Public Health. Seit 2001 unterstützt das Institut als „WHO-Kollaborationszentrum“ die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zu den Aufgaben des Instituts gehört die Beurteilung der Trink-, Bade- und Abwasserqualität für verschiedenste Auftraggeber. Hierbei werden Strategien zur Begrenzung und Kontrolle gesundheitlicher Risiken erarbeitet. Für die Untersuchung von Krankheitserregern entwickelt das Institut stets neue Verfahren zur Beurteilung des Trink- und Badewassers hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken für den Menschen.

Die Arbeitsgruppe für Medizinische Geographie & Public Health des IHPH koordiniert im Projekt die Gefährdungsanalyse zur Ruhrwasserqualität. Hierbei werden die Literatur der letzten zehn Jahre zu ausgewählten wasserassoziierten Krankheitserregern, sowie Berichte aktueller Forschungsprojekte ausgewertet. Zusätzlich werden Experteninterviews mit Vertretern zuständiger Institutionen geführt. Über einen Zeitraum von 18 Monaten werden an acht Stellen im Untersuchungsgebiet der Ruhr Wasserproben entnommen und auf verschiedene Krankheitserreger untersucht. Das IHPH bestimmt hierbei das Vorkommen humanpathogener Parasiten (Giardia lamblia undCryptosporidium) und untersucht deren Verringerung in der Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung. Im weiteren Projektverlauf bewertet das IHPH mit weiteren Projektpartnern das Gesundheitsrisiko durch Krankheitserreger beim Baden in der Ruhr und entwickelt einen Maßnahmenkatalog zur sicheren Nutzung des Baldeneysees als Badegewässer.

Mehr Informationen unter www.ihph.de

Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen

Das Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) sind seit vielen Jahren im Dienste des Umwelt- und Gewässerschutzes tätig. Mitarbeiter aus verschiedenen Disziplinen führen theoretische und praktische Untersuchungen zu allen Themenbereichen innerhalb der Entsorgungspraxis durch, so auch im Bereich Abwasserableitung und –behandlung.

Im Projekt ist das Institut für Siedlungswasserwirtschaft für die Techniken und Maßnahmen zur Eintragsminderung zuständig. Das bedeutet, dass sich das Institut mit der Identifizierung und Bewertung der Eintragspfade beschäftigt. Hierbei werden Untersuchungen zur Eintragsminderung der hygienisch relevanten Organismen und Krankheitserreger an Kläranlagen, Mischwasserbehandlungsanlagen und diffusen Quellen infolge der Flächennutzung durchgeführt. Es wird zum Beispiel der Einsatz bewährter Techniken, wie die Behandlung des Wassers mit UV und Ozon getestet. Außerdem sollen aber auch innovative Verfahren wie die Desinfektion mit hochwirksamen aber ungefährlichen Säuren erprobt werden. Zum Abschluss der Versuche werden Kosten und Wirksamkeiten der verschiedenen Verfahren ins Verhältnis gesetzt und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten zur Verbesserung der Wasserqualität in der Ruhr bewertet.

Mehr Informationen unter www.isa.rwth-aachen.de

Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin an der Ruhr-Universität Bochum

Die Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin bearbeitet thematisch verschiedenste interdisziplinäre umweltmedizinische und naturwissenschaftliche Fragestellungen der Wasserhygiene, der Risikobewertung von mikro-biologischen und chemischen Einträgen sowie Fragestellungen zum Human-Biomonitoring.

Im Projekt befasst sich die Abteilung mit der molekularbiologischen und zellbiologischen Quantifizierung humanpathogener enteraler Viren in der Ruhr. Mit Hilfe der anschließenden quantitativen mikrobiologischen Risikobewertung (QMRA) können Aussagen zum Infektionsrisiko badender Personen und Aussagen für die Trinkwassergewinnung aus der Ruhr gemacht werden. Darüber hinaus sollen relevante Eintragspfade und deren Einfluss auf die Wasserqualität identifiziert und ein Maßnahmenkatalog zur Sicherung einer unbedenklichen Badegewässernutzung entwickelt werden. Zudem werden, um eine sichere Trinkwassergewinnung zu gewährleisten,  Eingriffsmöglichkeiten zur Reduzierung mikrobiologischer und chemischer Belastungen herausgearbeitet.

Mehr Informationen unter www.hygiene.ruhr-uni-bochum.de

RWW Rheinisch-Westfälische-Wassergesellschaft mbH

RWW blickt mittlerweile auf eine 100jährige Geschichte als regionaler Wasserversorger- und -dienstleister in einem der größten Ballungsgebiete Europas zurück. RWW betreibt neun Wasserwerke, 13 Wasserbehälter, ein rund 3.000 Kilometer langes Rohrnetz und ein Wasserkraftwerk. Damit versorgt sie etwa 825.000 Menschen und Industrieb mit jährlich 85 Millionen Kubikmetern Trink- und Brauchwasser. Hierbei sorgt RWW stets für eine einwandfreie Wasserqualität, wodurch eine sichere Wasserversorgung gewährleistet wird.

Im Projekt beteiligt sich RWW an der Gefährdungsanalyse des Ruhrwassers und der damit verbundenen Bewertung möglicher Gesundheitsrisiken sowie am Erarbeiten des Realisierungskonzeptes für das Baden in der Ruhr und die Trinkwassergewinnung aus der Ruhr. So stellt sie beispielsweise den Projektpartnern ihre langjährig gemessenen Qualitätsdaten zur Ruhrwassergüte zur Verfügung. Zudem bietet RWW ihre Ruhrwasserwerke und Versuchsanlagen für gezielte Untersuchungen zur Ermittlung der Abbauleistung von Mikroverunreinigungen im Prozess der Wasseraufbereitung bis hin zum fertigen Trinkwasser an. Sie liefert die dabei erhobenen Qualitätsdaten der Elimination von Mikroverunreinigungen an die Projektpartner und ist außerdem beratende Instanz.

Mehr Informationen unter: www.rww.de

Aquatische Mikrobiologie am Biofilm Centre der Universität Duisburg-Essen

Der Arbeitskreis Aquatische Mikrobiologie am Biofilm Centre gehört zu den führenden Arbeitsgruppen, die sich mit Struktur, Eigenschaften und Entwicklung von Biofilmen befassen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Rolle von mikrobiellen Biofilmen für die Einnistung, den Verbleib und das Kontaminationspotenzial von hygienisch relevanten Mikroorganismen.

Im Projekt übernimmt die Aquatische Mikrobiologie die Bestandsaufnahme pathogener Bakterien in der Ruhr, sowie deren Zurückhaltung und Elimination in der Trinkwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung. Außerdem wird die Eignung eines Systems für die online-Überwachung von Fäkalbakterien im Ruhrwasser untersucht.

Mehr Informationen unter: www.uni-due.de/biofilm-centre

 

Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen

Das Institut erforscht seit Jahren unter Anderem die Wirkungsmacht von Kommunikation in schwierigen Anwendungsbereichen und befasst sich mit der Frage, wie nachhaltiger Konsum medial beworben werden kann.

Im Projekt übernimmt das Institut für Kommunikationswissenschaft den Bereich der Risikokommunikation und Partizipation. Zunächst wurden dabei alle für das Projekt relevanten Stakeholder analysiert und mögliche Probleme zielgruppengenau definiert. Diese Stakeholderanalyse dient als Grundlage für Stakeholderworkshops, die das Institut für Kommunikationswissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Ruhrverband vorbereitet. In diesen Stakheholderworkshops sollen die Anspruchsgruppen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und in ihren Ängsten und Bedenken abgeholt werden.

Darüber hinaus führt das Institut für Kommunikationswissenschaft eine Medienanalyse durch. Hierzu wurde der Mediendiskurs der Flussprojekte an Isar und Spree analysiert, um die mediale Umsetzung von der Thematik von Wasser und Risiko zu erforschen. Auf Basis dieser Mediendiskurse erstellt das Institut für Kommunikationswissenschaft ein Risikokommunikationskonzept und entwickelt partizipative Konzepte für die mediale und direkte Kommunikation mit Bürgern und Stakeholdern. Zudem betreut das Institut für Kommunikationswissenschaft die partizipative Öffentlichkeitsarbeit in Form des Internetauftrittes und Kampagnen zum Projekt.

Mehr Informationen unter: www.uni-due.de/kowi

Aquatische Ökologie an der Universität Duisburg-Essen

Die Abteilung Aquatische Ökologie ist führend in den Fragen zur Gewässerbewertung nach biologischen Qualitätskriterien, die auch für die Zustandsbeschreibung nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie von großer Bedeutung sind. Darüber hinaus bearbeitet die Aquatische Ökologie Fragen der aquatischen Parasitologie und Ökotoxologie.

Im Projekt übernimmt die Abteilung Aquatische Ökologie die Mitarbeit an der Gefährdungsanalyse mit besonderem Fokus auf Badedermatitis. Badedermatitis ist eine weitestgehend ungefährliche, jedoch stark juckende Hautinfektion, deren Erreger Parasiten sind, die Schnecken und Entenvögel infizieren. Die Aquatische Ökologie untersucht die Verbreitung und das Vorkommen dieser Parasiten in der Ruhr und liefert damit Daten zur Risikoeinschätzung und –bewertung des Wassers zur Badenutzung hinsichtlich des möglichen Auftretens der Badedermatitis.

Mehr Informationen unter: www.uni-due.de/aquatische_oekologie

Institut für Soziologie

Einen weiteren Aufgabenbereich übernimmt das Institut für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen. Die wissenschaftliche Forschung des Instituts beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Fragen des Wandels, der Arbeit, Organisation und Sozialstruktur, dem Vergleich moderner Gegenwartsgesellschaften und fortgeschrittenen sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden.

Im Projekt beteiligt sich das Institut für Soziologie an der Kosten-Nutzen-Bewertung unter ökonomischen Gesichtspunkten.  Hierzu wird eine repräsentative Bevölkerungsumfrage mit 1000 Anwohnern im Einzugsgebiet des Baldeneysees durchgeführt. Ziel dieser Umfrage ist es, den gesellschaftlichen Stellenwert des Baldeneysees  in der anliegenden Bevölkerung zu ermitteln und eine Nutzenbewertung einer möglichen Badenutzung aufzustellen. Die Felddurchführung der Befragung erfolgt unter Beteiligung des “Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrum (SUZ)”.

Mehr Informationen unter www.uni-due.de/soziologie

Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie

Das ITAS erforscht wissenschaftliche und technische Entwicklungen im Bezug auf systemische Zusammenhänge und Technikfolgen. Hierbei stehen umweltbezogene, ökologische, soziale und politische Fragestellungen im Mittelpunkt.

Im Projekt befasst sich das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse mit der Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit. Hierbei soll die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich möglicher, von Trink- und Badewasser ausgehender Gefahren analysiert und eingeschätzt werden. Dazu wurde bereits eine in Deutschland erstmalige Befragung der Bevölkerung durchgeführt. Hierbei wurden in einer repräsentativen Stichprobe 1.300 Menschen über 16 Jahren telefonisch interviewt. Zur weitergehenden Analyse werden im Projektverlauf Online-Experimente stattfinden, um heraus zu finden welche psychologischen Prozesse die Risikowahrnehmung bezüglich Wasser bestimmen.

Mehr Informationen unter www.itas.kit.edu

aquatune

aquatune ist Technologieführer auf dem Markt der Optimierung von Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen. Ziel ist es dabei die Anlagen technisch, sowie betriebswirtschaftlich zu optimieren und damit die Betriebskosten zu senken und gleichzeitig die Qualität, Sicherheit und Produktivität zu verbessern.

Im Projekt übernimmt aquatune in Zusammenarbeit mit dem IWW und dem Ruhrverband die Entwicklung von Analyse-, Monitoring- und Prognosesystemen zur Früherkennung möglicher mikrobieller Belastungen.

Hierbei nutzt aquatune die Methode der Künstlichen Neuronalen Netze (KNN). Dabei handelt es sich mathematische Gebilde, die in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zwischen einer Vielzahl von verschiedenen Parametern zu „lernen“, ein maschineller Vorgang, der keine weitere Programmierung benötigt. So können Probleme modelliert werden, für die keine mathematische Beschreibung verfügbar ist, oder deren Erstellung einen viel zu hohen Aufwand bedeuten würde. Hier sollen die Zusammenhänge zwischen relevanten Mikrooragnismen und Ersatzparametern ermittelt werden. Zudem sollen KNN-Modelle verfügbar werden, die die Konzentration mikrobiologischer Parameter an ausgewählten Orten der Ruhr prognostizieren können. Eingangsgrößen sind dabei online messbare Parameter, sowie Wetterdaten. Ziel ist, ein Prognosesystem für die Belastung der Ruhr mit hygienisch relevanten Mikroorganismen an ausgewählten Stellen zu konzipieren und hieraus ein Frühwarnsystem zu entwickeln.

Mehr Informationen unter www.aquatune.de

Xylem Watersolution Herford GmbH

WEDECO ist seit über 30 Jahren eine feste Größe in der Welt der umweltfreundlichen Aufbereitung von Trinkwasser, Abwasser und industriellen Produkten mit ultraviolettem Licht und Ozon. WEDECO steht für wirtschaftliche und zukunftsweisende Technologie, verbunden mit erstklassigen Service- und Ingenieursleistungen “made by Xylem”. Über 250.000 installierte WEDECO Systeme für die UV-Desinfektion und die Ozon-Oxidation sorgen weltweit für gesunde und nachhaltige Wasserqualität in zahlreichen privaten, kommunalen und industriellen Anwendungsbereichen.

Im Projekt übernimmt WEDECO die Mitarbeit an der Entwicklung von innovativen Technologien zur Eintragsminderungen möglicher Krankheitserreger und chemischer Mikroverunreinigungen in der Ruhr. Untersucht wird hierbei zunächst bis zu welchem Grad die etablierten Techniken der Desinfektion mit UV und Ozon für den Menschen schädliche Mikroorganismen eliminiert werden können. Hierfür wird Wasser aus dem Kläranlagenablauf mit UV-Licht bzw. Ozon behandelt. Es werden Zu- sowie Ablaufproben an den Behandlungsanlagen entnommen und diese hinsichtlich der ausgewählten Mikroorganismen analysiert. Am Zulauf der Kläranlage befindet sich ein Auffangbecken für Regen. Regnet es stark läuft das Wasser hier über und gerät eventuell als Mischwasser in den normalen Wasserkreislauf. Auch dieses Wasser wird mit UV-Licht und Ozon behandelt.

Zusammenfassend sind die Ziele der Aktivitäten von XYLEM innerhalb des Projektes die Elimination humanpathogener Mikroorganismen mittels UV-Licht bzw. Ozon und Bewertung der Effektivität dieser technischen Maßnahmen.