MERK'MAL

Röntgenkontrastmittel (RKM), also chemische Substanzen aus der medizinischen Diagnostik, gelangen über die Entsorgung in der Toilette in das kommunale Abwassersystem. Da RKM nur schwer biologisch abbaubar sind, werden sie in Kläranlagen nur geringfügig entfernt. Sie gelangen also in unsere Gewässer. Hier reichern sie sich zunehmend an. Messergebnisse an der Ruhr belegen das. In Mülheim an der Ruhr läuft daher ein durch die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH und das IWW Zentrum Wasser gestartetes  Pilotvorhaben, das diese Entwicklung eindämmen möchte – durch die Verwendung von Urinbeuteln nach der Einnahme von RKM. Denn: Die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme, um zu verhindern, dass die Kontrastmittel in den Wasserkreislauf gelangen, besteht darin, sie direkt beim Verursacher aufzufangen, noch bevor sie in unsere Gewässer gelangen können.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsprojekt „Minimierung von Röntgenkontrastmitteln im Einzugsgebiet der Ruhr“ mit dem Kurztitel MERK’MAL Ruhr wird unter Federführung des IWW Zentrum Wasser in Kooperation mit dem Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) und der IKU GmbH durchgeführt. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Ulrich Scholten und unter der Führung durch RWW-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte haben sich in Mülheim an der Ruhr namhafte Vertreter der Wasserwirtschaft, der Medizin, der Industrie und der Wissenschaft zur Begleitung des Projekts durch einen Führungskreis bereit erklärt.