Vermeidung beim Verbraucher

Die meisten Mikroschadstoffe werden alltäglich im Haushalt verwendet und besitzen daher in der gesamten Bevölkerung eine weite Verbreitung.

Beispiele sind diverse Arzneimittel (wie das Antirheumatikum Diclofenac und das Antibiotikum Ciprofloxacin), Duftstoffe aus Kosmetik- und Pflegeprodukten, Östrogene aus der Antibabypille, verschiedene Insektizide und Pestizide, die bei der Gartenarbeit genutzt werden, oder Haushaltschemikalien aus Wasch- und Reinigungsmitteln.

Um den Eintrag dieser Mikroschadstoffe in den Wasserkreislauf zu verhindern bzw. zu verringern und im Sinne des Multibarrieren-Konzepts eine Vermeidung beim Verbraucher zu erreichen, ist vor allem die Information der Bevölkerung erforderlich. Ziel ist es dabei, die Bevölkerung für den sparsamen Gebrauch entsprechender Produkte, die nach ihrer Nutzung zur Mikroschadstoffbelastung im Wasser beitragen, zu sensibilisieren, über Ersatzprodukte aufzuklären und über die richtige Entsorgung von Altprodukten zu informieren. So soll bereits auf der Verbraucherebene die Reduktion des Mikroschadstoffeintrags in unsere Gewässer beginnen.

Zahlreiche Beispiele für Aktivitäten zur Mikroschadstoffelimination auf Verbraucherebene existieren vor allem im Zusammenhang mit dem Verbrauch von Arzneimitteln. Diese stehen häufig im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit, da ihre Anwendung für alle Menschen alltäglich ist, die Einsatzgebiete bekannt sind und häufig ein persönlicher Bezug zur Problematik hergestellt werden kann.

Fokus Arzneimittel

Rund 3.000 pharmazeutische Wirkstoffe sind heute in Europa zugelassen und jährlich werden in Deutschland bis zu 40.000 Tonnen Arzneimittel eingesetzt. Die Wirkstoffe von Arzneimitteln scheidet der Mensch dabei jedoch zum Teil wieder aus, so dass sie mit dem häuslichen Abwasser in kommunale, mechanisch-biologische Kläranlagen gelangen. Diese sind nicht darauf ausgelegt, Arzneimittelrückstände aus dem Abwasser ausreichend zu entfernen, wodurch die Rückstände in die Gewässer gelangen. Außerdem entsorgen viele Mitbürgerinnen und Mitbürger alte Arzneimittel gelegentlich über Toiletten oder den Ausguss, wodurch weitere Arzneimittelwirkstoffe in den Zufluss zur kommunalen Kläranlage und von dort in die Gewässer geleitet werden.

Das Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW hat zum richtigen Umgang mit Arzneimitteln einen Flyer erstellt. Sie können die PDF-Version des Flyers hier herunterladen.

Auf Wunsch senden wir Ihnen auch gedruckte Exemplare zu. Wenden Sie sich dazu bitte an Marcus Bloser.

Ein weiteres Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der Mikroschadstoffelimination stellt das DSADS-Projekt in Dülmen dar. Es handelt sich hierbei um ein Projekt des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Dülmen und des Lippeverbandes, in dem vielfältige Informationsmaterialien und Projektbeispiele zur Sensibilisierung der Bevölkerung entwickelt wurden.