Multibarrierenkonzept

Für die Verminderung des Eintrags von Mikroschadstoffen in sowie die Elimination von Schadstoffen aus unseren Gewässern gibt es nicht die eine Maßnahme, die als Lösung der Mikroschadstoffproblematik anzusehen ist. Stattdessen bedarf es einer Kombination verschiedener Maßnahmen, die an unterschiedlichen Stellen des Wasserkreislaufs ansetzen. So sollen an verschiedenen Stellen „Barrieren“ gegen Mikroschadstoffe errichtet werden, weshalb der beschriebene Ansatz als Multibarrieren-Konzept bezeichnet wird.

Maßgeblich geprägt wurde der Begriff des Multibarrieren-Konzepts durch das Programm „Reine Ruhr“. Kernaussage des Konzeptes ist, dass zur Verminderung der Mikroschadstoffbelastung sowohl Maßnahmen an der Quelle als auch Maßnahmen bei der später folgenden Abwasserbehandlung und der Trinkwasseraufbereitung zu ergreifen sind.

Maßnahmen an der Quelle

Hierunter sind Maßnahmen zu verstehen, die auf der Ebene der Hersteller und Verbraucher den Eintrag von Mikroschadstoffen in den Wasserkreislauf direkt an der Belastungsquelle verhindern oder zumindest vermindern. Beispiele sind die Stoffsubstitution in Produktionsprozessen oder die richtige Entsorgung von Arzneimitteln durch die Bevölkerung  über den Hausmüll statt die Toilette.

Maßnahmen bei der Abwasserbehandlung

Ein Großteil der Mikroschadstoffe wird über das Entwässerungsnetz und die kommunalen Kläranlagen in die Oberflächengewässer eingeleitet. Daher stellt die Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen eine weitere Maßnahme zur Verhinderung des Eintrags von Mikroschadstoffen in die Gewässer dar. Mögliche Verfahren für die sogenannte vierte Reinigungsstufe auf kommunalen Kläranlagen sind beispielsweise die Aktivkohleadsorption oder die Ozonbehandlung.

Maßnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung

Der Eintrag von Mikroschadstoffen in die Oberflächengewässer kann nicht vollständig vermieden werden. Zudem gibt es auch diffuse Mikroschadstoffquellen wie beispielsweise die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, die zu Mikroschadstoffbelastungen der Oberflächengewässer und des Grundwassers führen. In NRW wird das Trinkwasser aus Uferfiltrat und Grundwasser gewonnen. Aus diesem Grund sind auch in der Wasseraufbereitung Maßnahmen zur Mikroschadstoffelimination vorzusehen.