Analytik

Die Weiterentwicklung der instrumentellen Analytik hat in den letzten Jahren auch immer wieder zu Meldungen zu „neuen“ Stoffen geführt. Hierbei handelt es sich im eigentlichen Sinn jedoch nicht um neue Substanzen, sondern durch immer empfindlichere Messmethoden nachweisbare sehr niedrige Konzentrationen an bekannten Wirkstoffen (z.B. in Arzneimitteln, Bioziden oder Pestiziden) oder Chemikalien aus Haushalts-, Kosmetik oder Industrieprodukten. Durch diese immer genauere Analysenmethoden konnte in den letzten Jahren eine Vielzahl von Mikroschadstoffen in Zuläufen und Abläufen von Kläranlagen - aber auch in Oberflächengewässern - nachgewiesen werden.

Teilweise sind die Auswirkungen dieser Substanzen auf die Tier- und Pflanzenwelt bereits in diesen sehr geringen Konzentrationen bekannt. Zu diesem Zweck wird heutzutage die instrumentelle Analytik vermehrt mit der wirkungsbezogenen Analyse kombiniert. Durch die instrumentelle Analytik wird die Konzentration eines Stoffes erfasst. Die wirkungsbezogene Analytik hingegen bestimmt die summarische Wirkung einer Wasserprobe hinsichtlich verschiedener Endpunkte (z. B. Algenhemmung oder östrogene Aktivität).

Neben der Detektion von Mikroschadstoffen kann die Analytik jedoch auch zur Ermittlung der Elimination bestimmter Stoffe oder Stoffgruppen durch konventionelle Kläranlage oder die Ermittlung der Wirksamkeit einer vierten Reinigungsstufe auf Kläranlagen herangezogen werden.

Bisherige Auswertungen und Simulationen von Konzentrationen von Mikroschadstoffen in Abläufen kommunaler Kläranlagen oder Oberflächengewässer werden auch kartographisch aufbereitet.

In den Karten kann die stoffliche Belastung der Oberflächengewässer räumlich zuordnet werden. Es liegen jedoch nicht für jeden Stoff Analyse- oder Simulationsdaten in gleicher Aktualität, Quantität und Qualität vor. Detailliertere Informationen und Daten zu Stoffinformationen einzelner Messstellen finden sich im Fachinformationssystem ELWAS mit dem Auswertewerkzeug ELWAS-WEB.