Allgemeine Informationen

Die Anzahl der von der Industrie entwickelten organischen chemischen Verbindungen beträgt inzwischen mehr als 60 Millionen. Deren Eintrag in die Umwelt und den Wasserkreislauf nimmt über verschiedene Eintragspfade weiter zu. Dank fortschreitender Analysemethoden können Mikroschadstoffe nicht nur besser erfasst, sondern ihre ökologischen Auswirkungen auch genauer analysiert werden.

Die Qualität der Gewässer in NRW hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, dennoch sind wir von einem ökologisch guten Zustand - wie er von der EU-Wasserrahmenrichtlinie gefordert wird - immer noch weit entfernt. Ein Grund dafür ist die Belastung der Gewässer mit Mikroschadstoffen. [Definition]

Aufgrund der zunehmenden Verwendung unterschiedlichster Chemikalien in Wirtschaft und Privathaushalten (z.B. Arzneimittel, Kosmetikprodukte, Haushalts- und Industriechemikalien) gelangen Mikroschadstoffe in hohem Maße über das kommunale Abwasser in Kläranlagen und von dort aus in nahegelegene Oberflächengewässer. Konventionelle Kläranlagen, die mit einer mechanisch-biologischen Reinigungsstufe ausgestattet sind, sind nicht darauf ausgelegt, gezielt Mikroschadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Auch wenn einige Substanzen durch ein konventionelles Verfahren abgebaut werden können, werden andere Stoffe nicht oder nur unzureichend eliminiert. Demzufolge stellen kommunale Kläranlagen einen der bedeutendsten Eintragspfade von Mikroschadstoffen in oberflächennahe Gewässer dar. Darüber hinaus sind aber auch Direkteinleitungen von Industriebetrieben sowie Einträge aus diffusen Quellen, wie z. B. Einträge aus der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, verantwortlich für die Gewässerbelastung mit Mikroschadstoffen.

Eine weitere Herausforderung ist die Belastung unserer Gewässer mit Mikroplastik. Darunter sind kleinste Kunststoffpartikel zu verstehen, die u. a. durch die Nutzung von Kosmetikartikeln (z. B. Körperpeelings oder Zahncremes mit Kunststoffkügelchen) in unsere Gewässer gelangen. Des Weiteren spielen bei der Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik auch größere Kunststoffabfälle eine wichtige Rolle, die durch unsachgemäße Entsorgung oder Windereignisse in Gewässer und Kläranlagen gelangen und daraufhin durch Sonneneinstrahlung und mechanische Einwirkungen zerkleinert werden. Da die Verbreitung und Wirkung von Mikroplastik in der Umwelt noch weitestgehend unbekannt ist, besteht ein erheblicher Forschungsbedarf bei der Entwicklung geeigneter Analyseverfahren und Lösungsansätze, die zur Verringerung und Vermeidung von Mikroplastikeinträgen in die Umwelt bzw. deren Entfernung beitragen. Das Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW widmet sich daher auch diesem Themenkomplex mit dem Ziel, bereits frühzeitig einen Beitrag zur Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Umweltfolgen von Mikroplastik zu leisten.

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